26. März 2020

Coronavirus: Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige des Landes NRW

Im Rahmen der Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige, die von den finanziellen Auswirkungen des Coronavirus betroffen sind, gibt es folgende Neuigkeiten: Die Landesregierung des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) hat beschlossen, das Angebot des Bundes 1:1 an die Zielgruppen weiterzureichen und dabei zusätzlich den Kreis der angesprochenen Unternehmen noch um die Gruppe der Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten zu erweitern.

Wer wird gefördert?

Anträge können von gewerblichen und gemeinnützigen Unternehmen, Solo-Selbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen, mit bis zu 50 Beschäftigten (umgerechnet auf Vollzeitkräfte) gestellt werden, die im Haupterwerb

  • wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen/Freiberufler/Selbstständige tätig sind,
  • ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben, und
  • ihre Waren oder Dienstleistungen bereits vor dem 1. Dezember 2019 am Markt angeboten haben.

Voraussetzungen für die Förderung

Erhebliche Finanzierungsengpässe und wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge des Coronavirus sind Voraussetzung für die Soforthilfe. Dies wird angenommen, wenn

  • sich für den Monat, in dem der Antrag gestellt wird, ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem durchschnittlichen monatlichen Umsatz (bezogen auf den aktuellen und die zwei vorangegangenen Monate) im Vorjahr ergibt. Rechenbeispiel: Durchschnittlicher Umsatz Januar bis März 2019: EUR 10.000, aktueller Umsatz März 2020: EUR 5.000, oder
  • der Betrieb auf behördliche Anordnung wegen der Corona-Krise geschlossen wurde, oder
  • die vorhandenen Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens (bspw. Mieten, Kredite für Betriebsräume, Leasingraten) zu zahlen (= Finanzierungsengpass)

Die Soforthilfe gilt für Antragsteller, die zum Stichtag 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten waren, aber danach in Folge des Ausbruchs von COVID-19 Schwierigkeiten hatten oder in Schwierigkeiten geraten sind.

Wie hoch ist die Förderung?

Die Soforthilfe erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses. Sie ist gestaffelt nach der Zahl der Beschäftigten und beträgt für drei Monate:

  • EUR 9.000 für Antragsberechtigte Solo-Selbstständige und Antragsberechtigte mit bis zu 5 Beschäftigten,
  • EUR 15.000 für Antragsberechtigte mit bis zu 10 Beschäftigten, oder
  • EUR 25.000 für Antragsberechtigte mit bis zu 50 Beschäftigten.

Muss der Zuschuss versteuert werden?

Der Zuschuss wird als Betriebseinnahme versteuert und muss in der Steuererklärung für 2020 angegeben werden.

Wird geprüft, ob dem Antragsteller die Hilfe auch wirklich zugestanden hat und wenn nein, muss die Hilfe dann ggfls. zurückgezahlt werden?

Der Antragsteller versichert im Formular, dass er alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen und wahrheitsge­treu gemacht hat. Falsche Angaben, die zu einer unberechtigten Inanspruchnahme der Leistung führen, sind Subventionsbetrug. Die Leistung muss dann nicht nur zurückgeführt werden, es kann dann zu einer strafrechtlichen Verfolgung kommen. Der Antragsteller ist gehalten, den Zuschuss in seiner Steuererklärung für 2020 aufzunehmen. Da dem Antrag die Steuernummer bzw. die Steuer-ID beizufügen ist, hat das Finanzamt die Möglichkeit, die Plausibilität der Inanspruchnahme im Nachhinein zu überprüfen.

Der Zuschuss wird als sogenannte Billigkeitsleitung ausgezahlt. Auch im Falle einer Überkompensation (z.B. durch Versicherungsleistungen oder andere Fördermaßnahmen) muss die erhaltene Soforthilfe zurückgezahlt werden.

Antrag

Anträge sind bis spätestens bis zum 30.04.2020 zu stellen.

Das Antragsverfahren wird ausschließlich digital durchgeführt. Die Website mit den elektronischen Antragsformularen sollen im Laufe des morgigen Freitags, den 27. März 2020, online gestellt werden. Der Link zum Online-Antrag wird Ihnen auf der folgenden Webseite des Wirtschaftsministeriums des Landes NRW zur Verfügung gestellt:

Informationen zur Soforthilfe des Landes NRW – dort finden Sie ab morgen einen Link zum Antragsformular

Wichtige Hinweise

Bitte beachten Sie, dass wir in diesem Fall unsere Kunden aufgrund der folgenden Gründe zumindest in den ersten Tagen leider nicht unterstützen können:

  • Uns liegen für den März 2020 noch keine Finanzinformationen von Kunden vor, daher können wir z. B. die Umsatzentwicklung im März 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht beurteilen. Genauso verhält es sich bei der Beurteilung, ob ein Finanzierungsengpass aufgrund der Coronavirus Situation vorliegt.
  • Es ist sehr wahrscheinlich ein Ansturm auf das Online-Antragsformular zu erwarten und damit verbundene technische Probleme den Online-Antrag überhaupt stellen zu können. Das können wir auch nicht gewährleisten. Daher können wir aus rechtlichen Gründen unsere Kunden in diesem besonderen Fall nicht unterstützen.

Sprechen Sie uns gerne an, falls Sie Rückfragen zu dieser Thematik haben. Wir sind gerne für Sie da und unterstützen Sie, soweit uns das möglich ist.


24. März 2020

Gesetzesentwurf: Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Solo-Selbständige

Um Kleinstunternehmer und Solo-Selbständige, die von der Corona-Pandemie wirtschaftlich betroffen sind, zu unterstützen, hat die Bundesregierung ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 50 Milliarden Euro beschlossen. Diese beinhaltet folgende Maßnahmen:

  • Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss bis zu 9.000 Euro für 3 Monate.
  • Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern (Vollzeitäquivalente) erhalten einen einmaligen Zuschuss bis zu 15.000 Euro für 3 Monate.
  • Sofern der Vermieter die Miete um mindestens 20 Prozent reduziert, kann der gegebenenfalls nicht ausgeschöpfte Zuschuss auch für zwei weitere Monate eingesetzt werden.

Details zur Soforthilfe liegen noch nicht vor. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Vollständiger Artikel


21. März 2020

Entschädigung nach dem Infektionsschutzgesetz

Selbständigen und Arbeitnehmern wird nach § 56 des Infektionsschutzgesetzes (IfGS) eine Fortzahlung des Einkommens zugesichert, wenn sie aufgrund von Quarantäne nicht arbeiten können. Dazu müssen sie innerhalb von drei Monaten nach Ende der Maßnahme den Antrag bei der zuständigen Behörde Ihres Bundeslandes stellen.

Als Teil des heute aus den Medien zu entnehmenden, von der Bundesregierung beschlossenen Kontaktverbots, verstehe wir, dass ab morgen (22. März 2020) z. B. Restaurants und Friseursalons für zunächst 2 Wochen geschlossen werden müssen. Wir bitten Sie unser Verständnis durch einen Rechtsanwalt bestätigen zu lassen.

Weitere Informationen und Antragsformulare für das Rheinland finden Sie hier: LVR


20. März 2020

Steuerliche Maßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus

Mit Schreiben vom 19. März 2020 des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) gilt ab sofort Folgendes:

  • Stundung von Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer: Bis zum 31. Dezember 2020 können Steuerpflichtige unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern [beschränkt auf: Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer] Anträge stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden.
  • Anpassungen der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer:  Bis zum 31. Dezember 2020 können Steuerpflichtige unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer stellen. Auf die Erhebung von Stundungszinsen kann in der Regel verzichtet werden.
  • Aussetzung von Vollstreckungsmaßnahmen: Bis zum 31. Dezember 2020 soll von Vollstreckungsmaßnahmen bei allen rückständigen oder bis zu diesem Zeitpunkt fällig werdenden Steuern [beschränkt auf Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer] abgesehen, wenn dem Finanzamt eine Mitteilung des Vollstreckungsschuldners oder auf andere Weise bekannt wird, das dieser unmittelbar und nicht unerheblich [von den Auswirkungen des Coronavirus] betroffen ist.

Mit Ländererlass vom 19. März 2020 gilt ab sofort Folgendes:

  • Anpassung von Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer: Das Finanzamt kann bei Kenntnis veränderter Verhältnisse für den laufenden Erhebungszeitraum die Anpassung der Gewerbesteuervorauszahlungen veranlassen. Dies gilt insbesondere für die Fälle, in denen das Finanzamt Einkommen- und Körperschaftsteuervorauszahlungen anpasst. Für etwaige Stundungs- und Erlassanträge gilt, dass diese an die Gemeinden und nur dann an das zuständige Finanzamt zu richten sind, wenn die Festsetzung und Erhebung der Gewerbesteuern nicht den Gemeinden übertragen worden ist.

Gerne unterstützen wir Sie bei den entsprechenden Anträgen.

Vollständiges BMF Schreiben vom 19. März 2020

Vollständiger Ländererlass vom 19. März 2020

Antrag auf Steuererleichterungen


20. März 2020

Was tun bei einem insolvenzgefährdeten Unternehmen?

Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) bereitet eine gesetzliche Regelung zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September
2020 vor, um Unternehmen zu schützen, die infolge der Corona-Epidemie in eine finanzielle Schieflage geraten. Als Vorbild hierfür dienen Regelungen, die anlässlich der
Hochwasserkatastrophen 2002, 2013 und 2016 getroffen wurden.

Eine Verordnungsermächtigung soll dem BMJV ermöglichen, die Lockerung des Insolvenzrechts ggf. bis Ende März 2021 zu verlängern. Laut BMJV soll die Insolvenzordnung
in der kommenden Woche in einem Maßnahmengesetz vom Bundestag kurzfristig geändert werden.

Vollständiger Artikel des BMJV


20. März 2020

Antrag auf Kurzarbeitergeld (KUG): Formulare

Wenn Sie dieses Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen wollen, müssen Sie dies (nur) der Bundesagentur für Arbeit mitteilen. Nutzen Sie bitte hierfür das folgende Formular:

Anzeige-KUG

Bitte beachten Sie folgende Hinweise:

  • Eine Stamm-Nr. KUG (aufgeführt im Formular “Anzeige-KUG”) haben Sie noch nicht zugeteilt bekommen. Sie müssen “nur” Ihre Betriebsnummer eintragen – diese finden Sie in der Zahlungsliste für die Krankenkasse unter Verwendungszweck bzw. auf dem Beitragsnachweis der Krankenkasse unter AG Betriebsnummer.
  • Der Antrag auf Auszahlung des KUG wird mit der nächsten Lohnabrechnung gestellt. Hierfür benötigt Ihre Lohnabrechnung rechtzeitig Information, dass Sie KUG angezeigt haben.
  • Um KUG ordnungsgemäß abrechnen zu können, benötigt Ihre Lohnabrechung zum Monatsende für jeden Mitarbeiter eine Stundenaufstellung.

20. März 2020

Nützliche allgemeine Informationen zum Thema Kurzarbeit

Die folgenden Broschüre der DATEV gibt einen aktuellen Überblick zum Thema Kurzarbeit (Stand: März 2020):

DATEV Broschüre zum Thema Kurzarbeit_März 2020

Darüber sind die folgenden Youtube-Videos der Bundesagentur für Arbeit zum Thema Kurzarbeit hilfreich:


16. März 2020

Coronavirus Pandemie: Wichtige Informationen zum Thema Liquidität

Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie treffen uns alle, nicht nur im privaten Alltag, sondern insbesondere auch in unserem Beruf und unseren Unternehmungen.

Insbesondere für Sie als Unternehmer oder Freiberufler können die finanziellen Auswirkungen existenziell sein.

Wir haben im Folgenden wichtige Informationen zusammengestellt, die Ihnen möglicherweise weiterhelfen. Bitte beachten Sie, dass wir die vorgestellten Informationen nach bestem Wissen und Gewissen auf Basis der aktuellen Informationslage zum heutigen Tag (16.03.2020) zusammengestellt haben. Die Informationslage kann sich zur Zeit täglich ändern. Für die Richtigkeit der Informationen übernehmen wir keine Haftung.

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16. März 2020 / Update 20. März 2020

Wir sind für Sie da, auch jetzt: Unsere Erreichbarkeit während der Coronavirus Krise

Liebe Kundin, lieber Kunde, liebe Geschäftsfreunde,

wie Sie aus der Presse fast schon stündlich erfahren können, sind wir alle von dem Auswirkungen des Coronavirus mehr und mehr persönlich betroffen. Auch wir als Dienstleister können uns den gravierenden Folgen nicht entziehen.

Unsere Steuerkanzlei ist gut auf diese außergewöhnliche Situation vorbereitet, um Ihnen auch in diesen Zeiten die gewohnten Leistungen auf höchstem Niveau weiterhin anbieten zu können. Wichtig ist, dass wir alle und damit Sie und Ihre Familien, unsere Mitarbeiter und deren Familien und auch ich gesund bleiben.

Daher finden Sie die folgenden Hinweise zu unserer Zusammenarbeit

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Haftungsausschluss: Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Informationen. Die hier aufgeführten Informationen stellen keine Handlungsempfehlungen dar.

Corona Virus Hinweis

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Liquiditätsmanagement in Krisenzeiten